•Mai 9, 2008 •
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Es ist schon verwunderlich, wie sich Ansichten, Stimmungen und Emotionen im Laufe der Zeit wandeln, einer Metamorphose gleich.
Stell dir vor, dass an einem Tag der tröstlichste Gedanke ist, dass sämtliche Verpflichtungen in begrenzter Zeit erfüllt werden. Das Leben ist eh eine Strafe, alles danach ein Ort der Ruhe. Und nach Ablauf besagter Zeitspanne kann dieser Ort ewigen Friedens aufgesucht werden.
Und dann kommt ein anderer Tag, und wenn man über die Zeit nachdenkt, und über den Sinn des Lebens, stellt man fest, dass das Leben einfach da ist und man es selbst mit einem Sinn füllen muss. Das mag für ein ganzes Leben schwierig sein, aber wenn man die Abschnitte ein wenig kleiner wählt, ist das nicht mehr so schwer.
Ein neuer Abschnitt beginnt, füllen wir ihn mit neuem Sinn.
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•März 8, 2008 •
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Ein Zufall ist umgangssprachlich ein Ereignis, das nicht kausal erklärbar ist.
Gestern besuchte ich also zufällig einen Freund, der mit seiner Frau zufällig die Nähe zu Frankreich nutzend einen Einkaufsbummel in einem dort ansässigen Supermarché hinter sich und zufällig – unter anderem – ein Sackerl Crevetten, also tiefgekühlte vorgekochte oder blanchierte und ungepuhlte Krabben mitbrachte, die zufällig im Sonderangebot günstig feil geboten wurden und die sie wiederum mehr oder weniger zufällig zu einem sehr leckeren Gericht weiterverarbeitete, das zufällig für eine weitere Person reichte, so daß ich zufällig eine zufällig recht üppige Portion abbekam.
Zufällig erinnere ich mich noch an die Zubereitung und werde es zufällig hier festhalten.
In einer grossen Pfanne eine grosse Menge Olivenöl (ein Finger breit in der Höhe, eher ein wenig mehr) erhitzen. Darin 1-2 gewürfelte rote Spitzpaprika sowie eine Hand voll klein geschnittener eingelegte Pepperoni arrabiata anschwitzen und ca. 5 dicke Knoblauchzehen dazupressen. Die gepuhlten Crevetten dazu geben und das ganze mit Kräutern (konkret getrocknete Petersilie, mir wäre mehr und anderes dazu eingefallen) bestreuen.
Das Ganze 5-10 Miunten gut durcherhitzen bis das Öl zu einer dicklichen, golden schimmernden Sauce eingekocht ist. In der Zwischenzeit sollten die zufällig zubereiteten Spagetti al dente sein. Die Sauce gibt man darüber, frisches Baguette rundet zufällig die Sache ab, da man mit den Nudeln den Teller nur sehr unbefriedigend austunken kann.
Ein Rosé, der zufällig kühl bereit stand, bildet das Tüfelchen auf dem i.
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•Februar 24, 2008 •
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…tut Wahrheit Kund.
Das neue Lieblingsspiel meiner Tochter – inspiriert durch eine Sene aus Lilo und Stitch – ist folgendes: Sie setzt sich auf eine Decke, die ich an den Zipfeln zusammenraffe und ein wenig herumschleudere. Das ist anstrengend, und so sagte ich zu ihr:
Meine Güte du bist ganz schön schwer, da komm ich völlig ausser Puste!
Ja, das ist gut, dann wirst du nämlich stärker und kannst mich länger rumschleudern.
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•Februar 17, 2008 •
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… laden mich zum Mopped fahren ein. In Anlehnung an einen alten Schlager jedenfalls.
Leider kann das Thermometer nicht halten, was die Sonne versprechen will. Und so werden die angezeigten 4 Grad über dem Gefriepunkt selbst bei strahlender Sonne zu wenig überzeugenden, dafür gefühlten Minusgraden.
Die 50 km hatten trotzdem viel Schönes, und die Finger tauen auch wieder auf. Da bin ich mir fast sicher.
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•November 22, 2007 •
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Seit heute ist es offiziell: Ich bin alt. Coxarthrose lautet die Diagnose. Zugegeben, ich wäre lieber durch erreichen meines 83 Geburtstages alt geworden, das wäre auch noch ein wenig hin. Aber in Zeiten der Not darf man eben nicht wählerisch sein.
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•November 22, 2007 •
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Alfredo Le Mont sagt: Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.
Nachdem ich über den Satz nachgedacht habe, komme ich zu dem Schluss, dass er richtig ist. Aber was ist, wenn man die Zelle öffnet und nicht raus kann, weil man Angst hat und merkt, dass man da draussen nicht willkommen ist?
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•November 22, 2007 •
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… da verhindet nur der Mangel an Gelegenheit, dass man es wirklich zu Ende bringt. Oder vielleicht auch das Übermass an Selbstmitleid. Armselig, wenn es nicht einmal mehr dazu reicht.
Eine gewisse Befriedigung bleibt: Da kein Ausweg aus dem Leiden in Sicht ist, ist man dann wenigstens ewig darin gefangen.
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•April 12, 2007 •
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Vorgestern kam ich mit meiner 5 jährigen Tochter vom Spielplatz. Dort hatte sie noch eine Butterblume gepflückt, und als wir den schmalen Feldweg vor zur Strasse gingen, blieb sie plötzlich stehen, schaute auf die Blume und sagte:
„Kannst du mal warten? Ich möchte den Gedanken der Blume spüren…“
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