XL700V versys Supermoto 690
Am Freitag hatte ich frei. Und was macht man an einem herrlichen,
sonnigen, freien Tag? Man klemmt sich die Süße untern Arm respektive
hintendrauf, fährt zum BMW Händler, um die feilgebotenen Endorus keines
Blickes zu würdigen und eine Versys Probe zu fahren.
Nach 2 Jahren Transalp PD 06 und unendlich vielen damit getriebenen
Schweinereien will man doch sehen, ob andere Mütter nicht auch schöne
Töchter haben.
Und Kawasaki hat eine ausnehmend schöne Tochter. 64 Pferde, die so tun,
als ob sie einer etwas grösseren Herde unterwegs sind und mindestens 16
Mitläufer mehr haben, werden nur von einem seidigen Getriebe übertönt,
das sich weicher schalten lässt, als man Butter, die in der Sonne lag,
aufs Brötchen streicht.
Leistung im Überfluss wäre nicht ganz korrekt, aber ausreichend ist sie
allemal.
Und damit ist fast alles gesagt. Ja, Kawasaki hat eine schöne Tochter,
aber keine aufregende. Glatt und rund, fast schon ein wenig langweilig.
Schönheit ist eben nicht alles.
Achja, die Sitzposition: Durch die Stufensitzbank ist der Abstand
zwischen Sozia und Fahrer zu gross oder alternativ alles ein wenig
unbequem. Und mir persönlich passt der Knieschluss nicht so gut, und
meine Beine sind im Stand ein wenig kurz. Der Fußbremshebel ist zu weit
unten, für meinen Geschmack.
Dafür konnte mich der Händler, der neben dem BMW-Verkauf auch noch ein
Fahrradgeschäft und einen ‘Honda-Bike-Store’ betreibt, für eine
Probefahrt auf der neuen Transalp gewinnen.
Also draufgesessen und HOSSA, was für eine Drecksau!!! Ein ruppiger
Motor, zumindest dem Klang nach an einen Eintopf erinnernd, fühlt man
sich gleich wie zuhause. Feine Bremsen, etwas mehr Leistung, alles fein
dosierbar, und sie ist gelenkig wie eine ganz junge Schlampe, die die
Beine bis hinter den Kopf bringt, und dich anschreit: Besorgs mir!!!
Nagut, bei 1500 Schleifen Selbstbehalt bringt man die Rasten nicht
notwendigerweise zum Schrappeln, aber schön dass es möglich wäre. Die
Originalbereifung (Trail Wing?) grippt wie nix Gutes. Nur die Farbe…
Pissgelb..äh..Uringold, ich mein, wer will sowas wirklich?
Also die könnte mir echt gefährlich werden, aber damit hätte ich eben
‘nur’ eine zweite Transe, die eben alles ein wenig besser kann als die
Alte. Dafür muss ich aber keine 7k Steine abdrücken. Wenn aber Miss
Marple in Rente geht, weiss ich allerdings schon jetzt, wo ich den
würdigsten aller Nachfolger finde.
Tja, und zu guter letzt hat es die Süße und mich noch zum örtlichen
KTM-Dealer verschlagen, mehr aufgrund eines Missverständnisses, aber
wenn man schonmal da ist…
… fährt man die bereitstehende Supermoto 690. Einmal Hausstrecke und
zurück. Und was soll ich sagen: Solche Teile zu verkaufen sollte
verboten werden! Shyce, ist das ein Luder!
Ein Fahrwerk wie von kleinen Teufeln in einer extra heissen Hölle
geschmiedet. Der BT090 steht im Grip dem Trail Wing auf der Transe in
nix nach. 64 Pferde und Druck von überall, kombiniert mit einem
seidenweich schaltbaren Getriebe, einer geilen Bremse machen soviel
Spass, dass die Ohren echt dafür sorgen, dass das Grinsen nicht bis ins
Genick geht.
Weia!
Dieses Teil hat neben der Gelenkigkeit und dem schier unstillbaren
Hunger nach mehr, schneller, tiefer, fester auch die Erfahrung, wo man
drücken muss, dass einem die Hose mächtig eng wird, die Post so richtig
abgeht und alles viel intensiver wird. Da hat nicht nur der Motor nach
mehr gebrüllt, auch die Süße hintendrauf war hinterher ein wenig
wackelig auf den Beinen.
Ein echtes Granätchen. Wow!
Das erstemal, dass ich fast traurig war, dass eine Probefahrt auch mal
zuende ist. Andereseits trat trotzdem keine wehmütige Sehsucht auf, als
uns der Schweineeimer heimtrug.
Insofern ist mir jetzt klar, wo der Weg hinführt. Erstmal das
Zweitmopped, und der Nachfolger fürs erste steht ja auch schon fest.
Aber dass hat noch Zeit, schliesslich leben 95er PD 06s fast ewig.
Das Leben ist eben einfach zu kurz für ein einziges Mopped. Schliesslich
bin ich Mann genug, um mehr als eins auf Touren bringen zu können, das
wurde mir am Wochenende wieder so richtig klar.

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